Wirtschaft / Geschichtliches


 
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Vom Bauerndorf zur Industriestadt

Als Mitte des 12. Jahrhunderts die ersten Siedler aus dem fränkischen Maingebiet kamen, um das von dichtem Urwald bedeckte Land zu besiedeln, rodeten sie den Wald, legten Felder an und errichteten ihre Anwesen in der Regel als Vierseitenhof. In dieser Form erbaute Bauernhöfe kann man auch heute noch in Oberlungwitz finden. Sie sind Zeitzeugen einer Epoche, in der der Ort sich als Bauerndorf entwickelte.

In den Folgejahren kamen zu den Gehöften Handwerker, vor allem Schmiede, Stellmacher, Sattler, Tischler, Müller und Häusler dazu.

Das Jahr 1731 ist für die weitere Entwicklung des Ortes ein denkwürdiges Jahr. Der Bauer Samuel Uhlig schaffte sich den ersten Strumpfwirkerstuhl an und begründete damit den Ruhm der heimischen Strumpfwirkerindustrie, die Oberlungwitz weltweit bekannt machte.

1757 gründeten die Meister eine Innung, die bald einen hohen Mitgliederstand aufwies, und ließen 1838 ein stattliches Meisterhaus errichten.



Schon 1842 entstand mit der Firma W. F. Bahner eine der ältesten Fabriken im Ort. Um 1880 kam es zu vielen Fabrikgründungen, z.B.
     
Louis Bahner Robert Götze Friedrich Tauscher
     
Theodor Günther Otto Kunze Moritz Flechsig


Und auch die Strumpfmaschinenfabrik Karl Lieberknecht (KALIO) entstand in diesem Jahrhundert. Später kamen Zuliefererbetriebe, wie Färbereien, Garnveredlung, Appreturen, Kartonagenherstellung usw. dazu.

Mit der industriellen Entwicklung wurde aus dem einstigen Bauerndorf ein Industriedorf mit großflächigen Fabrikanlagen.

1898 gründete eine Berliner Firma das Elektrizitätswerk an der Lungwitz. Es versorgte damals den gesamten Ort und die Umgebung mit elektrischem Strom und trug so zum Aufschwung des Ortes bei.

Durch die stetige Entwicklung der heimischen Textilindustrie und der damit verbundenen ständig steigenden Einwohnerzahl erhielt der Ort im Jahre 1936 das Stadtrecht.

Obwohl Oberlungwitz im 2. Weltkrieg von Zerstörungen verschont blieb, schien mit dem Kriegsende für die heimische Industrie das Aus gekommen zu sein. Der Kontrollratsbeschluss sah vor, alle großen Betriebe zu demontieren.

Trotz vieler Widrigkeiten konnte die Oberlungwitzer Textilindustrie wieder auf die Füße kommen. Ihre Produkte erlangten bald wieder Bedeutung über die Landesgrenzen hinaus.

In der Zwischenzeit wurde die gesamte Technologie grundsätzlich umgestellt. Automaten ersetzten die herkömmliche Cottonmaschine. Der Strumpf wurde nicht mehr gewirkt, sondern gestrickt. Die Strumpfhose verdrängte den Strumpf.

Die politische Wende 1989/90 brachte einen schmerzlichen Niedergang der heimischen Industrie. Es kam zu einer dramatisch steigenden Arbeitslosigkeit.

Trotz aller Bemühungen konnte das große Defizit an Arbeitsplätzen auch durch die neu entstandenen mittelständischen Betriebe bisher nicht ausgeglichen werden.

Mit der Gründung des Zweckverbandes „Am Sachsenring“ und der damit verbundenen Entstehung der Gewerbe-, Industrie- und Sondergebiete „Am Sachsenring I“ und „Am Sachsenring II“ sollen nach und nach neue Arbeitsplätze geschaffen werden.